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Projektbeschreibung

Das Angler Sattelschwein ist eine stark gefährdete, regionale Schweinerasse aus Schleswig-Holstein mit nur noch rund 100 Zuchttieren. Gleichzeitig werden dieser Rasse besondere Eigenschaften zugeschrieben: hohe Robustheit, gute Mütterlichkeit, die Fähigkeit zur Verwertung von Raufutter und eine besondere Fleischqualität. Ziel des abgeschlossenen Projekts war es, diese bislang weitgehend unbelegten Annahmen erstmals wissenschaftlich zu überprüfen und Perspektiven für eine nachhaltige, wirtschaftlich tragfähige Nutzung der Rasse zu entwickeln.

Im Projekt wurden Angler Sattelschweine umfassend unter Praxisbedingungen und in kontrollierten Mastversuchen untersucht. Analysiert wurden unter anderem genetische Vielfalt, Tiergesundheit, Tierwohl, Mütterlichkeit, Fütterung mit hohem Raufutteranteil sowie Fleischqualität. Ergänzend wurden genomische Daten erhoben, um Inzucht, Verwandtschaft und züchterisches Potenzial der kleinen Population bewerten zu können. Die Ergebnisse zeigen eine überraschend hohe genetische Diversität bei gleichzeitig niedrigem Inzuchtniveau.

Die Untersuchungen bestätigten eine gute Robustheit, geringe Ferkelverluste und eine ausgeprägte Mütterlichkeit, was das Angler Sattelschwein besonders für ökologische und extensive Haltungsformen geeignet macht. Zudem konnte gezeigt werden, dass die Tiere Raufutter und regional erzeugte Futtermittel gut verwerten können. Gleichzeitig wurde deutlich, dass Mastleistung und Futtereffizienz deutlich unter denen kommerzieller Schweinerassen liegen, was eine Nutzung in großskaligen Vermarktungsstrukturen einschränkt.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Fleischqualität. Das Fleisch zeichnet sich durch einen höheren Fettgehalt und gute sensorische Eigenschaften aus und eignet sich besonders für Wurst- und Direktvermarktungsprodukte. Daraus ergibt sich der Bedarf an gezielten Vermarktungskonzepten und begleitender Öffentlichkeitsarbeit. Um Betriebe dabei zu unterstützen, wurde im Projekt unter anderem das digitale Fütterungsplanungstool ProFeedS weiterentwickelt, mit dem Raufutter besser in Schweinerationen eingeplant werden kann.

Insgesamt zeigt das Projekt, dass das Angler Sattelschwein ein großes genetisches und funktionales Potenzial besitzt, insbesondere für tierwohlorientierte, nachhaltige und regionale Produktionssysteme. Die Ergebnisse liefern konkrete Empfehlungen für Zucht, Fütterung und Vermarktung und leisten damit einen wichtigen Beitrag zum langfristigen Erhalt dieser seltenen Nutztierrasse. Gleichzeitig sind viele Erkenntnisse auch auf andere gefährdete Schweinerassen übertragbar.

Abschlussbericht und Praxisblatt

Mitglieder

  • ÖKORING
    Versuchs- und Beratungsring ökologischer Landbau im Norden e.V.

  • Laurence Dungworth, 24568 Kattendorf
  • Karsten Hildebrandt, 21493 Fuhlenhagen
  • Karsten und Christian Rothberg, 24402 Böelschuby
  • Rainer und Bernd Muhs, 24217 Krummbek
  • Rolf und Anne Stoltenberg, 23813 Nehms
  • Landwirtschaftliche Softwareentwicklung
    Holger Bräutigam
    24784 Westerönfeld
  • Universität Kassel, 37213 Witzenhausen
    Fachgebiet Tierzucht, Prof. Dr. Dirk Hinrichs,
    Fachgebiet Tierernährung und Tiergesundheit, Dr. Margret Krieger & Susanne Hoischen-Taubner
  • Hochschule für angewandte Wissenschaften Hamburg, 21033 Hamburg
    Department Ökotrophologie, Prof. Dr. Katharina Riehn
  • Lehr- und Versuchsanstalt für Tierzucht und Tierhaltung e.V. Standort Ruhlsdorf, Claudia Drolsdorf
  • Förderverein Angler Sattelschwein e.V., Stefanie Klingel und Heiner Iversen, 24960 Rüde
  • Lehr- und Versuchsanstalt für Tierzucht und Tierhaltung e.V. Standort Ruhlsdorf, Claudia Drolsdorf
  • Förderverein Angler Sattelschwein e.V., Stefanie Klingel und Heiner Iversen, 24960 Rüde
  • Versuchsgut Lindhof, Versuchsbetrieb der CAU Kiel, Sabine Mues, 24214 Noer
  • Landwirtschaftsbetrieb Gut Stubbe, Dr. Mathias Bichmann, 24354 Rieseby
  • Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung Brandenburg, Jennifer Gonzalez, 14513 Teltow
  • Gut Rosenkrantz Bio-Futter GmbH & Co. KG, Maren Maitra, 24539 Neumünster